Über Madeira

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ÜBER MADEIRA

Wer von Madeira spricht, spricht von einem ganzen Vulkanarchipel mitten im Atlantik. Dieser Archipel besteht aus mehreren Inseln, von denen die zwei größten und bekanntesten Madeira selbst sowie Porto Santo mit seinem sieben Kilometer langen Sandstrand ist (zweieinhalb Stunden per Fähre, eine Viertelstunde mit dem Flugzeug). Die anderen Inseln sind unbewohnt (”Desertas”) und dienen als Naturschutzreservate.

Aufgrund seines gebirgigen Geländes erscheint die Insel erheblich größer, als sie nach ihren Abmessungen tatsächlich ist (ca. 750 Quadratkilometer, etwa so groß wie Hamburg). Mit einem kleinen Mietwagen – meistens auch mit Klimaanlage erhältlich – ist das mühelose Erkunden auf eigene Faust jedoch kein Problem.

Von den üblichen Beschreibungen Madeiras als “schwimmender Garten”, “Insel des ewigen Frühlings” oder “Perle im Ozean” haben Sie bestimmt schon gehört – sie stimmen alle, diese Schwärmereien, und wenn es auch durch die Erschließung und den Tourismus heute nicht mehr an allen Stellen so beschaulich zugeht wie noch vor etwa 50 Jahren, so hat sich das Eiland doch seinen Charme bewahrt. Sie finden ihn überall auf der Insel, ob zu Fuß, ob auf zwei oder auf vier Rädern, jederzeit.

Denn Madeira ist “grün”, also bunt, das ganze Jahr über, und das spiegelt sich in der Stimmung seiner Einwohner: Wer ganzjährig viel Sonne und Licht hat, lacht gern, ebenfalls das ganze Jahr hindurch. (Sie werden es sehen, es steckt an.) Das milde, subtropische Klima tut ein übriges; meist fühlt man sich nicht zu kalt, sondern zu warm angezogen. T-Shirt-Spaziergänge am späten Abend sind jedenfalls die Regel, nicht die Ausnahme.

Wenn es einmal trüb ist, reichen ein paar Kilometer, und die Sonne lacht wieder; wenn es regnet, dann nicht wochenlang, sondern meist nur einen halben Tag. Deshalb wurden vor Hunderten von Jahren die Levadas gebaut, die Wasser-straßen, die das kostbare Naß in den letzten Winkel der Insel spülen. An diesen Wasserstraßen entlang – man sollte eher sagen: Wassergassen – kann man herrlich entspannt wandern, ohne Verkehr, ohne Lärm, ohne Besucherhorden. Der Weg ist das Ziel, sprichwörtlich, denn es gibt auf diesem Weg so vieles zu sehen, zu beschnuppern, zu bestaunen, daß man schnell vergessen kann, was man an seinem Ziel eigentlich wollte.

Was ist typisch madeirensisch?

Klare Antwort: alles, was eigentlich nicht zusammenzupassen scheint. Rauher Atlantik, mildes Klima; schroffe Berge und Klippen, aber weiche Hänge wie auf einer Schweizer Alm; vergnügt springende Delphine, andererseits beschaulich weidende Kühe; schnelle, moderne Tunnel-Autobahnen, parallel dazu die alten gewundenen, einsamen Küstenstraßen – mehr Abwechslung auf einer Insel ist kaum denkbar. Als Treibauf vergnügt man sich gerne im Süden, in Funchal; als Robinson freut man sich über den stillen Westen und den ursprünglichen Norden. Alpinisten bestaunen den ungewohnten Meerblick vom 1.862 Meter hohen Gipfel des Pico Ruivo, Cineasten gucken bis in den Horizont auf der schnurgerade über das Hochplateau von Paùl da Serra führenden Landstraße – als wäre man gar nicht auf Madeira, sondern mitten in Nevada oder Wyoming.

Wie im wahren Leben auch, so führen auf Madeira die verschlungensten Pfade zu Erkenntnis und Einsicht. Und zu sehenswertesten Plätzen: Über Generationen hinweg bewirtschafteten hier die Einheimischen ihre unzugänglich scheinenden Gärten auf abenteuerlich abschüssigen Hängen und über gähnenden Abgründen. Wer einmal einem Madeira-Hirten dabei zugesehen hat, wie er seine Kühe und Schafe an Stellen treibt, die selbst seinem Hund zu gewagt scheinen, wird Formel-Eins-Rennfahrer nicht mehr als besonders wagemutige Spezies ansehen.

Sie fragen nach typischem Essen und Trinken der Madeirensen? Nun, die große Kulinarik ist ihre Sache nicht, Schlemmerei würde auch nicht hierherpassen. Gefragt ist das “ehrliche”, das gesunde Gericht und ein, zwei Glücklichmacher hinterher – sei es in flüssiger oder halbfester Form, die Auswahl ist jedenfalls riesig. Unterwegs und über Land ist es die glückliche, weil naturbelassen krumm gewachsene Madeira-Banane die kleinste und köstlichste Speise überhaupt, die jedem Schokoriegel nicht nur an Nährwert und Geschmack überlegen ist. Sie ist auch, im europäischen Vergleich, konkurrenzlos billig. Ein gutes Pfund davon kostet weniger als Ihr Lieblings-Pausensnack. Dazu einen Schluck vom besten Wasser der Welt, das sich selbst – gerade! - begüterte Einheimische in Kanistern von den Quellen zapfen.

Der Variantenreichtum beim Fisch kennt keine Grenzen. Fast scheint es, als ginge alle kreative Kraft der Bevölkerung direkt in die Zubereitungsvielfalt ihres “Wappenfischs”, des kohlrabenschwarzen, aalgleichen Espada: In jeder seiner 365 (für jeden Tag eine andere) Rezeptur offenbart sich der unbedingte Wille zu einfachem Genuß, ein aufrichtiges Kompliment an die Schöpfung. Sein Beinahe-Namensvetter hingegen, der “Espetada”, ist weit mehr als nur die portugiesische Entsprechung des ungarischen Schaschlik (scharf würzt man hier eher selten). Dazu wird das beste, weil naturbelassene Rindfleisch in grobgeschnittenen Stücken auf einen schlichten Holzspieß gesteckt und dann gegrillt, reichlich Meersalz drüber und fertig. Über die Wirkung vergorener Früchte aus dem Paradiesgarten sprechen wir, wenn Sie da sind und ein Glas vor sich stehen haben...

Übrigens, die zwei wichtigsten Wörter auf der Insel sind “obrigado”, dankeschön (die Frauen sagen “obrigada”) und “desculpe”, Verzeihung. Die Einheimischen gebrauchen sie oft, eigentlich bei jeder Gelegenheit. Vielleicht liegt es daran, daß man auf Madeira immer so wunderbar entspannt miteinander zurecht kommt.

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